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Dienstag, 23. Oktober 2007 17:48

Nachlese zu den Wahlen

 

Die Wahlen sind vorbei. Die Schweiz hat gewählt, die SVP (wie auf ihren Blocher-Plakaten empfohlen) gestärkt, die Grünen höher fliegen lassen, die SP abgestraft und die FDP geschwächt. Mit fünf Sitzen weniger muss die freisinnig-liberale Fraktion in der kommenden Legislatur auskommen – inwiefern vernünftige, liberale Lösungen in Zukunft noch möglich sind wird sich weisen. Sicher ist, dass sich die FDP weiterhin als konstruktive politische Kraft der Schweiz positioniert, die den Menschen Chancen eröffnen und Freiraum zur persönlichen Entfaltung bieten will. Der aggressive Wahlkampf war ein Novum für die Schweiz, der sogar im Ausland mit Befremden wahrgenommen wurde. Doch wesentliche Herausforderungen wurden nur am Rande oder gar nicht diskutiert:

• Wie steht es um die Generationengerechtigkeit in der Schweiz?

• Wie sichern wir unsere Sozialwerke in der älter werdenden Gesellschaft?

• Wie können Familie und Beruf besser vereinbart werden?

• Wie sichern wir die Energieversorgung in Zukunft?

• Welchen minimen Gestaltungsspielraum hat die Schweiz noch ausserhalb der EU?

• Wie stärken wir den Forschungsplatz?

• Wie reduzieren wir unseren CO2-Ausstoss?

• Wie bleiben wir ein attraktiver Unternehmens-Standort?

Das sind nur einige Fragen, auf die das neu gewählte Parlament griffige Antworten finden muss. In der Vergangenheit konnten sich liberale Lösungen durchsetzen, schufen Wohlstand und sicherten Arbeitsplätze. Inwiefern dies in Zukunft möglich ist, bleibt offen. Klar ist, dass die komfortable Position der Schweiz im globalen Wettbewerb nur dank Öffnung und Zusammenarbeit gehalten werden kann. Genau dagegen hat sich die erstarkte Rechte immer gewehrt. Ich habe mich stets dafür eingesetzt, dass die Schweiz ein hervorragendes Bildungssystem hat, dass wir international besser vernetzt sind, dass die Schweiz auch auf europäischer Ebene ein Stimmrecht bekommt, dass Freiwilligenarbeit besser anerkannt und geschätzt wird und dass die kulturelle Bildung einen grösseren Stellenwert bekommt. Dies wurde offenbar von vielen Wählerinnen und Wählern anerkannt und geschätzt – und zwar von so vielen, dass ich gesamtschweizerisch gesehen die best gewählte FDP-Nationalrätin bin. Ich fühle mich durch dieses Resultat in meiner bisherigen Arbeit bestätigt und werde mich weiterhin mit grosser Motivation und Freude engagieren. Danke für Ihr Vertrauen!

 


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